Alles ist bereits vollständig – immer und überall. Nie hat etwas gefehlt, nie wird etwas fehlen. Das Leben ist in sich vollkommen, ohne dass etwas hinzugefügt oder
korrigiert werden müsste.
Und doch entsteht das Gefühl, dass etwas fehlt – dass es noch etwas zu erreichen, zu verstehen, zu verbessern oder zu heilen gibt, dass irgendwo eine Lücke ist, die
gefüllt werden sollte.
Diese Bewegung, andauernd in Vergangenheit und Zukunft zu suchen, das Vergleichen, das Festhalten an Erwartungen und Interpretationen, all das schafft den Eindruck,
dass dieser Moment nicht genug sei, dass noch etwas hinzukommen, mehr gewusst, mehr besessen, mehr kontrolliert werden müsse, um endlich anzukommen.
Die Trennung, die empfunden wird, ist eine Idee – ein Gedanke, der keinen festen Boden hat.
Nichts hat eine feste Form, nichts bleibt oder kann festgehalten, denn alles verändert sich, alles erscheint, alles vergeht – Gedanken kommen und gehen, Emotionen
tauchen auf und verschwinden, Körper formen sich und zerfallen, ohne dass irgendetwas unvollständig ist, ohne dass jemals etwas fehlt.
Das, was du bist, war nie getrennt. Es gibt keine Distanz zwischen dir und dem, was erscheint.
Es gab nie „ich und mein Leben“. Es gibt nur das ganze Leben - ohne Zentrum, ohne Grenze.
Wenn das Offensichtliche offensichtlich wird, fällt jede Vorstellung davon weg, dass etwas fehlt. Kein nächster Moment bringt mehr Ganzheit, kein vergangener Moment
hat je etwas genommen. Was ist, ist so, wie es ist – vollkommen in seiner Erscheinung, ob als Ruhe oder Unruhe, als Klarheit oder Verwirrung, als Weite oder Enge, als Freude oder
Schmerz.
Und selbst das Nein zu dem, was nicht sein soll – auch das ist bereits vollständig. Widerstand, Ablehnung, der Wunsch, dass es anders sein muss, geschieht nicht
außerhalb der Vollkommenheit, sondern als ihr spontaner Ausdruck.
Die Sonne scheint, wann sie scheint, Gedanken tauchen auf, wann sie auftauchen, Gefühle kommen und gehen.
Alles ist. So einfach, so mühelos.
So mühelos erscheint auch die Illusion, dass mehr Erfüllung nötig wäre, um endlich genug zu sein, um endlich in dem zu ruhen, was dich nie verlassen hat. Das Suchen
ist endlos, weil es selbst die Illusion erschafft, dass etwas fehlt.
Wenn die Illusion verpufft, bleibt nur das, was immer schon hier ist.
Sehen, dass nichts fehlt, liegt nicht in der Erfüllung von Erwartungen, nicht im Loswerden von Gedanken, nicht in der Kontrolle über das, was erscheint. Sondern in
der Klarheit, dass alles genau das ist, was es ist – nicht mehr und nicht weniger. Immer vollständig.
In dieser Klarheit offenbart sich absolute Ganzheit, Sattheit, die Vollkommenheit selbst - in der offenbaren Unvollkommenheit.
Und obwohl Worte versuchen, darauf hinzuweisen, können sie es nie wirklich überbringen, was ist, weil sie selbst ein Ausdruck dessen sind.
So wie die Augen den Körper nicht vollständig erfassen können, so kann auch kein Wort das erfassen, was jenseits aller Vorstellungen liegt.
Es gibt nichts zu erreichen.
Es gibt nichts zu verlieren.
Es gibt nur Ganzheit – in allem.
Es kann nicht vollständiger sein.
Es kann nicht unvollständiger sein.
Es ist einfach – Nichts fehlt.
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