Vielen Dank, Mariam, für diesen eindringlichen und tiefgehenden Text.
Ich habe ihn inhaltlich nicht verändert, sondern lediglich stilistische Unstimmigkeiten bereinigt, Zeichensetzung angepasst und den Satzfluss an manchen Stellen
geglättet, um den Lesefluss zu verbessern – ohne den Ton oder die Botschaft zu verändern:
Und wieder einmal befinden wir uns inmitten sogenannter dunkler und schwerer Zeiten – so können wir es überall sehen, lesen und hören. Täglich und fast über alle
Kanäle werden wir auf bestimmte Inhalte und Geschehnisse eingestimmt – und die dazugehörigen Emotionen werden gleich mitgeliefert, für den Fall, dass wir nicht wissen sollten, wie alles
einzuordnen ist und was man dabei zu empfinden hat.
Hier möchte ich mich nur am Rande mit Politik und den gegenwärtigen politischen Verhältnissen oder Kriegen und dem erhofften Frieden beschäftigen.
Ich möchte unsere Aufmerksamkeit – ohne die Geschehnisse um uns herum zu missachten oder auszublenden – auf ein paar grundlegende Ursachen richten, die immer wieder
zu Leid, Konflikten und Kriegen führen. Auffällig ist, dass es stets die „anderen“ sind, die Probleme machen und Konflikte auslösen. Nie ich, du, wir.
So wird es auch heute noch in unserer Gesellschaft dargestellt: Ich war’s nicht – der andere hat angefangen. Und weil „der andere“ auf beiden Seiten anzutreffen
ist, kann der Konflikt nie wirklich gelöst werden – ad infinitum.
Die Verantwortung für bestimmte Geschehnisse auf andere oder auf Politiker zu schieben, ist eine der entscheidenden Ursachen für unser gemeinsames Leiden. Die
gleichen Prinzipien wie damals im Kindergarten wirken noch heute in uns: Wer hat angefangen? Wer ist der Stärkste? Wer ist mit wem verbündet?
In diesem Alter mögen solche Verhaltensweisen noch zu Lernerfahrungen führen, etwa:
1. Es hat wenig Sinn, nach dem Anfang eines Konflikts zu suchen, ohne die vorherigen Ursachen zu betrachten.
2. Der Stärkere hat nicht immer recht.
3. Es ist effizienter, miteinander zu arbeiten als gegeneinander.
Leider finden sich diese Muster auch in höheren Bildungseinrichtungen, in Medien und Nachrichtensendungen – nur „erwachsen“ verpackt, neu gedeutet, bewertet und
verkauft.
Es muss endlich klar gesagt werden: Es gab nie – und es wird niemals – einen logischen Grund für Kriege geben. Krieg war schon immer das Dümmste und Hässlichste,
was Menschen einander angetan haben.
Lasst uns endlich aufwachen – und Verantwortung übernehmen für unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen.
Wir selbst sind es, die zuallererst unsere volle Aufmerksamkeit und Liebe verdienen. Wir sind Stellvertreter des höchsten Prinzips im Universum. Wir beenden „meinen
Kampf“ in der eigenen Brust – und werden so zum Frieden, den wir uns wünschen. Präsenz, Menschlichkeit und Liebe fließen dann wie von selbst.
Von hier, vom „Ich“, gelange ich zu Dir und zu Uns.
Wenn ich mich selbst vergesse und verpasse, tritt ersatzweise immer eine äußere Situation auf – eine Kette von Ereignissen, kurz: etwas oder jemand, dem ich
Verantwortung für „dunkle“ oder „helle“ Zeiten übertrage.
Wir sind nicht nur Bürger eines Staates – wir sind denkende, fühlende, bewusste Wesen. Vertreter des am höchsten schwingenden Prinzips von Liebe, Freude und
Bewusstsein. Und wir teilen diesen wundervollen Planeten – um miteinander zu leben, nicht gegeneinander.
Deshalb ist es nicht nur wichtig, sondern überlebensnotwendig, dass wir aufwachen – und uns unserer wahren inneren Identität bewusst werden.
Schluss mit all jenen Stimmen, die uns vorschreiben wollen, was richtig oder falsch, gut oder böse, links oder rechts ist.
Unser höchstes Gut – unsere mitfühlende Menschlichkeit – steht jenseits aller Meinungen.
Nur wir selbst können sie in den Mittelpunkt unseres Lebens stellen.
Unser Bewusstsein, unser Menschsein, umfasst unendliche Möglichkeiten. Und doch stecken wir seit Jahrtausenden in einer sich wiederholenden Schleife aus Kriegen und
Zwischenphasen relativen Friedens.
Ein solcher „Frieden“ ist oft nur die Vorbereitung auf den nächsten Konflikt, denn wir können nicht erwarten, dass unsere Regierungen uns lehren, was wirklicher
Frieden oder tief empfundene innere Zufriedenheit bedeutet.
Alle alten Gebetsmühlen sind abgenutzt. Gute Absichten entpuppten sich zu oft als Täuschung.
Es ist höchste Zeit, nicht nur „mehr Demokratie zu wagen“ (wie Willy Brandt einst sagte), sondern auch mehr Menschlichkeit, mehr Freundlichkeit, mehr Bewusstsein zu
leben.
Aufbruch – nicht zum Mars, sondern ins Hier, ins Jetzt, ins Herz.
Die Zeit war selten so günstig wie heute, wo harte Meinungen aufeinanderprallen, um die Intelligenz des Herzens zu wecken – die Kraft von Freundlichkeit und
allumfassender Menschlichkeit.
In der politischen, wirtschaftlichen und militärischen „Logik“ begegnen wir den niederfrequenten Ebenen des Bewusstseins: Differenzen, unvereinbare Interessen,
künstlich erzeugte Notwendigkeiten – all das erschafft immer nur weitere Kriege.
Die Zeit ist überreif, sich aus der alten kollektiven Psychose der Angst zu befreien. Angst vor Feinden, vor Gespenstern, vor „bösen Mächten“.
Lasst uns endlich wie erwachsene Menschen fragen: Warum lassen wir es zu, dass Leid und Kriege immer wieder geschehen?
Wir haben es in der Hand. Denn: Die „anderen“ – das sind wir selbst.
Und: Die „anderen“ gibt es nicht. Es war immer eine Illusion.
Weder das Leben, noch das Universum, noch „Gott“ sind in unsere Konflikte verstrickt. Auch Gott ist nichts anderes als das, was in uns selbst wirkt.
Wir haben Frieden, Liebe und Mitgefühl in der Hand – wir können sie realisieren und weitergeben. Wenn wir es wollen.
Diese Gabe – sie macht uns zu Menschen, zum Ebenbild Gottes. Und sie ist ein Geschenk: freiwillig, niemals erzwungen.
Zahlreiche Wege wurden versucht – durch Religion, Gebote, Moral. Doch wahre Liebe, Mitgefühl, Bewusstsein und Freiheit können nicht verordnet werden. Sie sind
Kinder der inneren Freiheit.
Nur wenn der Mensch es aus sich selbst heraus will, entsteht Frieden. Liebe wächst nur im Garten der Freiwilligkeit.
Nichts und niemand kann sie aufzwingen.
Und genau darin liegt unsere Würde – und unsere Wahl:
Liebe oder Angst?
Lange genug haben wir an die Angst geglaubt. Ein Märchen vom Bösen.
Doch solange wir angstgesteuert handeln, bleibt der Frieden unerreichbar.
Am Ende kehren wir immer zu uns selbst zurück:
Unsere innere Natur ist Liebe.
Sie ist stille Freude und tiefes Wissen.
Alles ist uns bereits gegeben.
Wir müssen nicht für Frieden kämpfen.
Wir können Frieden sein.